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Rollierend 2019–2026 · Schluss- und Freitagsquoten

Gegen den Markt

Gut kalibriert heißt noch nicht klüger als die Buchmacher. Hier prüfen wir, ob das Modell etwas weiß, das der Markt noch nicht eingepreist hat – kurz vor Anpfiff und schon am Freitag davor.

Wie viel darf das Modell mitreden?

Im Länderspielmodell mischen wir Modell und margenfreien Markt je zur Hälfte. Für die Bundesliga lässt sich das Gewicht schätzen: Welche Mischung trifft die Ergebnisse am besten? Jede Saison ab 2019/20 wurde dafür nur mit vorher geschätzten Parametern vorhergesagt.

Log-Loss der Mischung, 2.178 Spiele 2019/20–2026/27 (Schlussquoten)
Marktgewicht00,50,70,80,91,0
Log-Loss0,98760,97740,97520,97440,97400,9738

Je mehr Markt, desto besser – bis zum reinen Markt. Das Modell fügt der Schlussquote keine verwertbare Information hinzu. Dasselbe Ergebnis zeigt sich mit allen geprüften Saisongewichten.

Was hätte die Wettregel gebracht?

Wette auf den Ausgang mit dem höchsten Erwartungswert, sobald er über der Schwelle liegt; abgerechnet zur Schlussquote. Ein Prozentpunkt Rendite heißt: ein Cent Gewinn je Euro Einsatz.

Rendite je Wette, 2019/20–2026/27, in Klammern Anzahl der Wetten
MarktgewichtEV ab 3 %EV ab 5 %EV ab 8 %
0,5 (wie Länderspiele)−3,6 % (1.303)−4,8 % (1.015)−7,2 % (656)
0,7−7,4 % (928)−8,1 % (619)−14,7 % (313)
0,8−1,0 % (686)−5,8 % (393)+3,4 % (197)
0,9−4,7 % (430)−7,9 % (246)−16,6 % (132)

Eine einzige von zwölf Einstellungen liegt im Plus, mit einem 90-%-Bereich von −23 % bis +31 %. Bei so vielen Versuchen ist das Zufall. Mit zwei weiteren Saisongewichten (zusammen 36 Einstellungen) ändert sich das Bild nicht. Die Wetten gehen fast immer auf Außenseiter und Remis: genau dort, wo das Modell vom Markt abweicht und der Markt recht behält.

Und gegen frühere Quoten?

Frühe Märkte sind weniger effizient. football-data.co.uk erhebt die Quoten am Freitagnachmittag (für Spiele unter der Woche am Dienstag), also ein bis zwei Tage vor Anpfiff. Bewegt sich die Quote danach in Richtung Modell, hat das Modell etwas gewusst, das der frühe Markt noch nicht kannte.

1.985 Spiele 2019/20–2025/26; Bewegung: Anteil des Abstands Modell – Freitagsquote, den die Schlussquote zurücklegt
Freitagsquote vonMargeBewegung HeimRemisGastbestes Modellgewicht
Pinnacle3,1 %1 %4 %1 %0
Bet3655,5 %6 %14 %4 %0,02
Durchschnitt aller Anbieter4,7 %1 %4 %1 %0

Pinnacle weiß schon am Freitag fast alles, was das Modell weiß. Bei Bet365 erkennt das Modell tatsächlich etwas, das der Buchmacher erst bis zum Anpfiff einpreist – aber die Marge von 5,5 % ist größer als dieser Vorsprung.

Closing Line Value: mit und ohne Modell

Der Closing Line Value (CLV) misst, wie viel besser die eigene Quote war als die faire Schlussquote. Er ist viel weniger vom Zufall abhängig als die Rendite. Die Gegenprobe ohne Modell wettet einfach dann, wenn das beste Angebot am Freitag über der fairen Pinnacle-Quote liegt.

mit Modellohne Modell (nur Quotenvergleich)

Mittlerer CLV in Prozent; Strich = 90-%-Bereich (Bootstrap). w = Marktgewicht in der Mischung.

Freitagsquoten, 2019/20–2025/26
RegelWettenCLV90 %
Pinnacle, Modell w 0,5, EV ≥ 3 %916−4,4 %−5,0 bis −3,8
Bet365, Modell w 0,7, EV ≥ 5 %93−2,8 %−5,0 bis −0,6
bestes Angebot, Modell w 0,5, EV ≥ 3 %1.381−1,0 %−1,5 bis −0,5
bestes Angebot, Modell w 0,9, EV ≥ 5 %163+1,6 %−0,8 bis +4,2
bestes Angebot, ohne Modell, EV ≥ 2 %267+3,5 %+2,3 bis +4,7
bestes Angebot, ohne Modell, w 0,8, EV ≥ 2 %150+4,4 %+2,1 bis +6,6

Der Wert liegt nicht im Modell, sondern im Quotenvergleich: Einzelne Anbieter weichen vom scharfen Markt ab, und wer die Pinnacle-Quote als Maßstab nimmt, findet diese Abweichungen ohne jede Prognose. Die beste Modellregel (+8 % CLV bei 70 Wetten) haben wir bewusst nicht in die Tabelle genommen: Sie ist die beste von 16 Varianten und betrifft fast nur Außenseiter.