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Open Weight verstehen · Stand

Quantisierung.

Weniger Speicher pro Gewicht. Wie viel kleiner ein Modell wird, lässt sich rechnen. Wie viel Qualität es verliert, muss man messen.

¼ des Gewichtspeichers4 statt 16 Bit · theoretisch
70B bleiben 70BDie Parameterzahl bleibt gleich.
Kein fester QualitätsabzugModell, Verfahren und Aufgabe zählen.

01 · Das Prinzip

Gleiche Parameterzahl, gröber dargestellte Zahlen

Ein Sprachmodell speichert sein erlerntes Verhalten in sehr vielen Zahlen: den Gewichten. Quantisierung bildet diese Zahlen auf eine Darstellung mit weniger Bits ab. Häufig dient ein Modell in BF16 oder FP16 mit 16 Bit je Gewicht als Ausgangspunkt. Bei 8 oder 4 Bit stehen weniger darstellbare Werte zur Verfügung; beim Zuordnen entstehen Rundungsfehler.

Die reine Quantisierung entfernt gewöhnlich keine Parameter und verkleinert nicht die Architektur. Ein Modell mit 70 Milliarden Parametern bleibt ein 70B-Modell. Es speichert dieselbe Anzahl von Gewichten mit geringerer Genauigkeit. Die ursprünglichen Werte lassen sich daraus nicht exakt zurückholen.

Bei einfacher 4-Bit-Quantisierung sind es 16 Zahlenstufen je Skala, bei 8 Bit 256. Gruppen von Gewichten können unterschiedliche Skalen verwenden. Das erhält mehr Genauigkeit, benötigt aber Zusatzdaten. Hugging Face: Grundlagen ↗

Die Fehler sind nicht überall gleich wichtig. Gute Verfahren berücksichtigen, welche Gewichte oder Zahlenbereiche empfindlich reagieren. Deshalb können zwei „4-Bit“-Varianten desselben Modells unterschiedlich gut sein. AWQ ist ein Beispiel für ein Verfahren, das die Aktivierungen zur Auswahl geeigneter Skalierungen nutzt. AWQ-Paper ↗

02 · Die Größe

Halbe Bitzahl, ungefähr halber Gewichtspeicher

Für eine erste Rechnung reicht die Anzahl der gespeicherten Parameter. Hier wird angenommen, dass alle Gewichte gleich viele Bits verwenden. Die Zahlen sind berechnete Idealwerte, keine gemessenen Downloadgrößen.

Gewichte in GB = Parameter in Milliarden × Bits je Gewicht ÷ 8

Idealwerte für 70 Milliarden Parameter
DarstellungGewichtspeicherAnteil an 16 BitErsparnis
16 Bit BF16 / FP16
140 GB
100 %Referenz
8 Bit
70 GB
50 %50 %
6 Bit
52,5 GB
37,5 %62,5 %
4 Bit
35 GB
25 %75 %
3 Bit
26,25 GB
18,75 %81,25 %
2 Bit
17,5 GB
12,5 %87,5 %

Dezimale GB: 1 GB = 1 Milliarde Bytes. Ohne Zusatzdaten, unquantisierte Komponenten und Speicher für die laufende Verarbeitung. Keine Größenangabe für eines der ausgewählten Modelle.

70 Milliarden Parameter: 140 GB bei 16 Bit, 35 GB bei 4 Bit. Rechnerische Ersparnis: 105 GB.

Die Datei ist meist größer als der Idealwert

Skalen, Metadaten und präziser gespeicherte Teile kommen hinzu. Beispielsweise benötigt schon die reine Q4_K-Blockdarstellung effektiv 4,5 Bit je Gewicht. Das ist noch nicht der Mittelwert einer kompletten Q4_K_M-Datei. Bei 70B wären 4,5 statt 4 Bit rechnerisch 39,375 statt 35 GB. llama.cpp: Formatdefinition ↗

Die Datei ist nicht der gesamte Arbeitsspeicher

Zur Verarbeitung kommen unter anderem Zwischenergebnisse und der KV-Cache für den bisherigen Kontext hinzu. Eine 4-Bit-Gewichtsdatei bedeutet nicht, dass auch der Kontextspeicher 4 Bit nutzt. Gewichte und KV-Cache lassen sich getrennt quantisieren. vLLM: KV-Cache ↗

Bei Mixture of Experts (MoE) zählt für die vollständige Gewichtsdatei die Gesamtzahl der gespeicherten Parameter. Die kleinere Zahl der pro Token aktiven Parameter darf hier nicht eingesetzt werden. MoE ausführlich erklärt →

03 · Die Qualität

„4 Bit“ ist keine feste Prozentzahl für den Verlust

Bei nachträglicher Quantisierung liegen 8 Bit oft nahe am Ausgangsmodell. Auch 4 Bit können viel Qualität erhalten; darunter steigt das Risiko deutlicher Verluste. Entscheidend bleiben Modell und Verfahren. Vergleichsstudie ↗

Gerade mathematisches Schlussfolgern kann trotz unauffälliger Durchschnittswerte leiden: Ein früher Fehler in einer Lösung kann weitere Schritte kippen. Eine Studie an kleineren Qwen- und Llama-Modellen untersucht genau diese Fehlerketten. Quantization Meets Reasoning, 2026 ↗

Wie groß können Unterschiede konkret sein?

Historische Messbeispiele aus einer Studie von 2024, keine Prognose für die Modelle in unserem aktuellen Vergleich:

Mittlere Trefferquote über fünf Tests · Ausgangspunkt jeweils BF16
ModellVarianteVorherNachherDifferenz
Qwen-7B-ChatGPTQ · 4 Bit57,10 %54,86 %−2,24 pp
Qwen-72B-ChatGPTQ · 4 Bit71,76 %71,38 %−0,38 pp
Qwen-72B-ChatGPTQ · 3 Bit71,76 %66,89 %−4,87 pp
Qwen-72B-ChatSpQR · 3 Bit71,76 %70,67 %−1,09 pp

Quelle: Jin et al., Tabelle 2. Mittel aus MMLU, C-EVAL, GSM8K, SNLI und TruthfulQA; kein AA-Index. „pp“ = Prozentpunkte. Bitangaben ohne Zusatzdaten und höherpräzise Ausnahmen.

75 % weniger Gewichtspeicher bedeutet nicht 75 % weniger Qualität. Auch ein Verlust von 0,38 Prozentpunkten in einem Testmittel erlaubt keine Aussage wie „99,5 % der Intelligenz bleiben erhalten“. Solche Zahlen beschreiben den jeweiligen Test, nicht das gesamte Können.

Training und Geschwindigkeit sind eigene Fragen

Bei PTQ wird ein bereits trainiertes Modell nachträglich quantisiert. Bei QAT wird die begrenzte Genauigkeit schon beim Training oder Nachtrainieren berücksichtigt. Die ParetoQ-Forschung zeigt, dass gezieltes Training gerade bei sehr wenigen Bits einen erheblichen Unterschied macht. Deshalb ist ein auf niedrige Bitzahlen angepasstes Modell nicht mit einer beliebigen nachträglichen Umwandlung gleichzusetzen. ParetoQ ↗

Kleinere Dateien garantieren keine schnelleren Antworten. Weniger Datentransfer kann helfen; Entpacken, Rechenverfahren und Software können den Vorteil aber begrenzen oder umkehren. Antwortqualität und Ausgabetempo gehören deshalb in getrennte Messungen. Untersuchung zur Laufzeit ↗

04 · Die Bezeichnungen

Format, Methode und Bitzahl auseinanderhalten

BF16 / FP16
Zwei verschiedene Gleitkommaformate mit jeweils 16 Bit. Gleicher Platzbedarf je Zahl, aber eine andere Aufteilung zwischen Wertebereich und Genauigkeit.
INT8 / FP8 / INT4 / FP4
Ganzzahl- beziehungsweise Gleitkommadarstellungen mit 8 oder 4 Bit. Gleiche Bitzahl bedeutet nicht dieselbe Darstellung oder automatisch dieselbe Qualität.
W4A16
W steht für Gewichte, A für Aktivierungen: 4-Bit-Gewichte, 16-Bit-Zwischenergebnisse. Die Schreibweise legt die Genauigkeit des KV-Caches nicht fest.
GGUF
Ein Dateiformat für Gewichte und Metadaten. „GGUF“ allein verrät weder die Bitzahl noch den Qualitätsverlust; eine solche Datei kann unterschiedliche Zahlendarstellungen enthalten.
Q4_K_M / Q8_0
Bezeichnungen für Quantisierungsvarianten in llama.cpp. Die führende Zahl kennzeichnet eine grobe Bitklasse. Zusatzdaten und eine Mischung verschiedener Präzisionen bestimmen die tatsächliche Größe.
AWQ / GPTQ / SpQR
Verfahren, mit denen eine Quantisierung erzeugt wird. Für einen brauchbaren Vergleich gehören Methode, Bitzahl und das genaue Modell zusammen.

Grundlagen: Zahlendarstellungen · GGUF-Dokumentation · llama.cpp-Bezeichnungen.

05 · Für unsere Modellvergleiche

Die konkrete Variante braucht ihre eigene Messung

Ein guter Vergleich nennt den genauen Ausgangsstand, das Quantisierungsverfahren, die tatsächliche Dateigröße und Messungen unter denselben Bedingungen. Prompts, Denkbudget, Kontextlänge und Testumfang müssen zusammenpassen. Eine kleine Differenz ohne Angabe zur Streuung kann schlicht Messrauschen sein.

Was die Kennzahlen aussagen

Aufgabentests messen beispielsweise gelöste Programmier- oder Rechenaufgaben. Perplexität misst die Vorhersage von Text; niedriger ist besser. Sie ist ein nützlicher Hinweis, aber keine vollständige Prüfung von Assistenz, Werkzeugnutzung oder Reasoning.

Was für AA und Arena gilt

Ein AA- oder Arena-Wert gehört zur getesteten Modellvariante und Bereitstellung. Er wandert nicht automatisch auf eine quantisierte Datei. Fehlt eine eigene Messung, bleibt der Wert offen – genauso wie bei den Abliterated-Modellen.

Quantisierung und Abliteration sind zwei getrennte Veränderungen. Ist eine Datei beides, lässt sich aus einem einzigen Vergleich mit dem Ursprungsmodell nicht erkennen, welcher Eingriff einen Unterschied verursacht hat. Dafür braucht man passende Zwischenstufen oder sauber getrennte Tests.

Jetzt in der Tabelle: Die Übersicht zeigt die belegte unquantisierte Größe bei Open Weight und Abliterated. Wähle eine dieser Gruppen: Lizenz und Downloadvarianten mit ihren jeweiligen Dateigrößen erscheinen dann automatisch. Unter „Downloads & Varianten“ kannst du die Dateiauswahl eingrenzen. Quantisierte Downloads sind für beide Gruppen sinnvoll, gehören aber jeweils zur exakten Ausgangsvariante. Open-Weight-Downloads → · Abliterated-Downloads →
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Quellen & Einordnung

Nachvollziehbar statt pauschal

Recherchiert am 03.10.2026. Die Größentabelle ist eine eigene Rechnung. Die Qualitätswerte sind veröffentlichte Studienergebnisse, keine eigenen Modelltests. Dokumentationen können sich ändern; die verwendeten Paperfassungen sind verlinkt.